Andrej Rubliow war 2 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im April 2003.

Andrej Rubliow

Andrej Tarkowski, UDSSR, 1972
190 Min.

Andrej Tarkowskis Meisterwerk "Andrej Rubliow", entstanden zwischen 1964?1972, schildert in unvergesslichen Tableaus die Lebensgeschichte des malenden Mönchs Rubliow (Anatolj Solonizin), der als Schüler des Griechen Theophanes mit seiner Ikonenmalerei stilbildend werden sollte. Tarkowski zeichnet ein Künstlerleben inmitten eines brutalen mittelalterlichen Umfelds und denkt damit über das Verhältnis von Kunstschaffenden und Gesellschaft nach. Er plädiert für die Freiheit von Mensch und Kunst. "Russland, Russland, was es doch alles erdulden muss, alles erträgt. Wird es noch lange so gehen?" wird Theophanes einmal gefragt. "Ich weiss es nicht, ich fürchte, es wird immer so sein." Die aktuelle Weltlage zeigt erschreckend, wie recht er hatte. Auch wenn er das Mittelalter inszenierte, sprach Andrej Tarkowski in diesem Film und durch ihn von der Gegenwart. Auch wenn er von der Gegenwart sprach: Seine Filme haben etwas Transzendentes an sich, und der "Rubliow" gehört zu den intensivsten und stärksten Filmen überhaupt. Die Art wie Tarkowski die stürmische und leidvolle Epoche beschreibt, wie er Kunst und Lebensalltag miteinander in Beziehung setzt, besticht und bewegt. Es ist einmal mehr bei ihm auch ein Film über die Elemente, angefangen vom Fliegen zum Einstieg übder das Wasser, das Feuer und die Erde. Tarkowski hatte es hier zur Meisterschaft gebracht. Für einmal hat bei ihm hier auch die Sprache grosses Gewicht.

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