I Love Beijing war 4 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im März 2003.

I Love Beijing

Ning Ying, China, 2001
97 Min.

Die Chinesin Ning Ying hat auf dem unlängst gezeigten Ā«Letzten KaiserĀ» von Bertolucci gearbeitet, bevor sie selber zu filmen begann und einige der eindrücklichsten Beispiele des jungen und entdeckungsfreudigen Kinos in China realisierte. In ihrem jüngsten Spielfilm betrachtet sie anhand des ruhe- und rastlosen Taxifahrers Dezi den irren Wandel, in dem sich Chinas Hauptstadt Beijing befindet. Seine Arbeit bringt ihn mit Menschen in Kontakt, deren Lebensstil weit über seinen geistigen Horizont hinausgeht, was auf seine Frauenbekanntschaften nicht zutrifft. Der Film folgt ihm auf seinen Touren durch ganz Beijing. Er ist immer unterwegs, Menschen und Orte treten in sein Leben und verlassen es wieder. Dezis Fahrten von einem Ort zum anderen beziehungsweise von einer Frau zur anderen gleichen Beijings Suche nach der eigenen Identität, die sich irgendwo zwischen den alten Werten und einer unbekannten Zukunft befindet. Mühelos werden in Ning Yings neuem Film Vertrautes und Unbekanntes miteinander vermischt. Kleine, gewöhnliche Momente werden zu Symbolen für das zeitgenössische Beijing vergrössert. Sie bringen dem Zuschauer, der Zuschauerin die Olympiastadt 2008 näher, dann wird sie ihm wieder weit entrückt. Die Kombination vermittelt den Eindruck einer Stadt im Übergang, eines Ortes, der seine Vergangenheit immer mehr verliert, dessen Gegenwart von Geschäftigkeit bestimmt ist und dessen Zukunft sich nur vage abzeichnet. Von Mao zu Coca Cola eben.

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