Fukushima - No Man's Zone war 2 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im September 2012.

Fukushima - No Man's Zone

Toshi Fujiwara, Japan, 2011
90 Min.

Fukushima – wer hat den Ort vor dem 11 März 2011 ausserhalb Japans gekannt? Erdbeben und Tsunami haben ihn in die Schlagzeilen befördert, weil die AKWs dort total beschädigt wurden. Inzwischen steht Fukushima als weiteres Mahnmal für den Irrsinn der Atomenergie. Toshi Fujiwara fragt sich, wie man den unsichtbaren Schaden der entmenschlichten Region überhaupt zeigen kann. Ein Mann wandert durch die 20-Kilometer-Zone um die havarierten Atomreaktoren von Fukushima. Kirschbäume blühen, die Natur zeigt sich idyllisch. Radioaktive Strahlung ist unsichtbar, und wo der Tsunami Häuser und Strassen verschluckt hat, tut sich ein Nichts auf. Der Mann trägt alltägliche Kleidung, ebenso wie die Menschen, die hier noch ausharren, vorläufig. Gelegentlich begegnen ihm weisse Geister in Schutzkleidung, die seltsamen Aufgaben nachgehen. Wie in Tarkowskis «Stalker« so ist auch in diesem Film die Zone nicht nur ein Ort, sondern vor allem ein Geisteszustand. Lange vor der Zerstörung, vor der Verwüstung hat ein Prozess der Auflösung eingesetzt, dem alte Menschen trotzen, denen unser Wanderer begegnet. Eine Stimme begleitet den Filmemacher; sie gehört der armenisch-kanadischen Schauspielerin Arsinée Khanjian. Eine Stimme aus dem Exil, fremd und verständnisvoll. Und sie fragt sich: Wie kann man von einer unfassbaren Katastrophe in Bildern erzählen?

© Kino Orient - Landstrasse 2, 5430 Wettingen - www.orientkino.ch