Die bösen Buben war 1 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Mai 2010.

Die bösen Buben

Bruno Moll, Schweiz, 1992
96 Min.

Bruno Moll gehört zu den Konstanten im schweizerischen Dokumentarfilmschaffen mit seinen präzisen filmischen Studien - eben erst zeigten wir «Pizza Bethlehem». «Die bösen Buben» unterscheidet sich insofern von den anderen Arbeiten, als Moll seine Akribie in der Annäherung zeitlich auf drei Jahre anlegte. Im Verlauf dieser Zeit besuchte er, teils mit teils ohne sein Filmteam, die geschlossene Erziehungs-Anstalt in Aarburg. Da werden, hoch oben auf der Burg, in der einst die Habsburger residierten, Jugendliche von einem Team betreut, auf dass sie sich nach sechs bis neun Monaten wieder in die Gesellschaft integrieren mögen. Wir zeigen den Film in Ergänzung zur aktuellen Ausstellung im Historischen Museum Baden. Der eine möchte Sattelschlepperfahrer werden, der andere träumt nach der Aarburg-Kur von einer Familie, der dritte schafft es nach ein paar weiteren Abstürzen, sich in Aarburg selber als Gemeindearbeiter zu etablieren. Viele werden rückfällig, andere kommen um oder suchen selber aus Verzweiflung den Tod, weil niemand sie will. Die Erfolgsquote, meint ein Betreuer, ist nicht überwältigend, aber angesichts der Tatsache, dass es sich bei diesen Jungs jeweils um sogenannt hoffnungslose Fälle handelt, beachtlich. Moll wertet nicht. Sein Engagement besteht in der genauen Beschreibung, im wachen Auge für jene Momente, die aussagekräftig werden. Zusammen mit einem Kommentar, den Marianne Fehr ohne falsche Sozialhelferattitüde geschrieben hat, schafft er es, uns ein Leben hinter Mauern im Geflecht seiner Porträts transparent zu machen.

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