2001: A Space Odyssey war 3 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Januar 2016.

2001: A Space Odyssey

Stanley Kubrick, Grossbritannien, 1968
160 Min.

Der Prolog zu Stanley Kubricks «2001 - A Space Odyssee» spielt in grauer Vorzeit. An einem Tümpel hat sich eine Gruppe affiger Vormenschen zum Trinken eingefunden. Eine andere Gruppe vertreibt sie mit Gekreische. Irgendwann sitzt eines der Affenwesen allein vor einem grossen Tierskelett, greift sich den schwersten Knochen und beginnt, mit diesem auf die übrigen Gebeine zu klopfen, zu schlagen, zu hämmern. Das Wesen holt immer weiter aus und zertrümmert schliesslich den Schädel. Es hat das Hebelgesetz entdeckt: Fortan wird alles anders sein, werden mit grossen Knochen Tiere erlegt und - andere Menschenwesen erschlagen. Vor Freude an der Wirkungskraft wirft das Urwesen seinen Knochen gegen den Himmel, und dort schwebt er als Raumstation in der Unendlichkeit des Weltraums dahin. Die ersten Minuten des auch nach 40 Jahren noch besten Science-Fiction-Films stecken schon voll von Kubrick. Er hat in seiner Arbeit so etwas wie das Hebelgesetz des Kinos entdeckt, hat immer weiter am Neuen geprobt und mit Wirkungsmechanismen experimentiert. In der Einstiegssequenz schliesst Kubrick menschengeschichtliche Epochen kurz, bringt er den verhängnisvollen Augenblick jener Gewaltwerdung, die sein Werk thematisch durchzieht, auf ein Ur-Bild. Er arbeitet mit einer bravourös beherrschten Bild-Technik, in der er etwa ein entscheidendes Moment durch Dehnung in Slow-Motion-Technik ins Bewusstsein der Betrachtenden hineintreibt. Und: Er setzt auf die Musik. Niemand, der «2001» gesehen hat, wird das «Also sprach Zarathustra» von Richard Strauss aus der Prologszene fortan ohne einen Gedanken an den Film hören können.

© Kino Orient - Landstrasse 2, 5430 Wettingen - www.orientkino.ch