Tokyo Monogatari war 4 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im März 2014.

Tokyo Monogatari

Yasujiro Ozu, Japan, 1953
136 Min.

Ein Meisterwerk des japanischen Kinos und einer der schönsten Filme über familiäre Beziehungen überhaupt. Die Grosseltern Shukichi und Tomi Hirayama beschliessen, ihre erwachsenen Kinder und deren Familien in Tokyo zu besuchen. Dort angekommen erkennen sie, dass der älteste Sohn Kuichi, ein Arzt, und die älteste Tochter Shige, die einen Schönheitssalon betreibt, wenig Zeit für sie haben. Einzig Noriko, die Witwe des im Krieg gefallenen Sohnes, bemüht sich um ihre Schwiegereltern. In «Tokyo monogatari» trifft die alte, ruhige Welt der Eltern auf die hektische, nervöse ihrer Kinder, das beschaulichere Landleben auf das nervösere der Stadt. Hier wird Ozus Arbeit an den Konstellationen von Menschen besonders deutlich. Die Eliminierung der herkömmlichen dramatischen Muster enthüllt bei ihm den Charakter einer jeden Figur. Die Nachbarin im Heimatdorf Omichi schaut zum Fenster rein und erkundigt sich nach der Befindlichkeit. In Tokyo meint die älteste Tochter zum Besuch der alten Eltern: «Wer hat schon Zeit, wir können uns nicht um sie kümmern.» Zeit hat sie kurz nach dem Tod der Mutter, wenn es um die Verteilung des Erbes geht. «Tokyo monogatari» gehört zu den Meisterwerken der Filmgeschichte und zu den prägendsten Filmen, die das Kino hervorgebracht hat. Die Geschichte, die Ozu erzählt, ist das eine. Die Form, in der er sie erzählt, das andere. Beschaulichkeit, Liebe zu den Figuren, ein legendärer Umgang mit Innenräumen und mit Figuren. In der weltweit zusammengestellten Bestenliste der renommierten Zeitschrift «Sight and Sound» figuriert der Film auf Rang 5.

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