Karl Valentin-Filme war 2 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Februar 2007.

Karl Valentin-Filme

Karl Valentin, Deutschland, 1933
129 Min.

Karl Valentin erkannte sehr früh die Möglichkeiten, die der Film für sein künstlerisches Schaffen bot. Er war der erste Künstler aus dem Umfeld der Münchner Volkssänger-Szene, der seine Szenen mit Hilfe des Films einem grösseren Publikum zugänglich machen wollte. Schon 1912 richtete er in München, technisch und künstlerisch fasziniert von dem noch jungen Medium, sein eigenes Filmstudio ein. Als technikfaszinierter Autodidakt kümmerte er sich nicht nur um die Inhalte seiner Darbietungen, sondern auch um die technische Umsetzung, die Beleuchtung, kurzum um alles. In seinen autobiographischen Erinnerungen berichtet Valentin davon: «Die Münchner haben es wahrscheinlich längst vergessen, dass ich in ihren Mauern der erste Filmunternehmer Bayerns war… All mein sauer

erspartes Geld steckte ich hinein, um ein Film-Grossindustrieller zu werden. Aber nach sechs Monaten war ich schon rettungslos verkracht. Das erste, was gekracht hat und zwar gleich am ersten Tag waren fünf nagelneue Jupiterlampen. Ich packte sie eigenhändig aus und stellte sie tadellos ausgerichtet in Reih und Glied nebeneinander. Wie ich mich ihres Anblicks freute, erblickte ich am Boden meines Ateliers ein langes, altes Brett, das meinen Schönheitssinn störte. Ich packte es an einem Ende und hob es auf. Aber schon war das Unglück geschehen. Der erste Scheinwerfer schwankte und fiel auf den zweiten, der zweite auf den dritten, der dritte auf den vierten und der vierte auf den fünften- bis sie alle zerschmettert auf dem Steinfussboden lagen.» Valentins Sprachkunst ist legendär, für das heutige Publikum bieten die Verfilmungen von Valentins Szenen die einmalige Chance, Karl Valentin und Liesl Karlstadt in ihren Paradeszenen erleben zu können. Wir zeigen die vier Sketches:

SO EIN THEATER, 1934, R: Carl Lamac. Valentin: Geiger, Karlstadt: Kapellmeiser

DIE ORCHESTERPROBE, 1933, R: Carl Lamac. V: Trompeter und Gei- ger, K: Kapellmeister

DER FIRMLING, 1934, V: betrunke- ner Vater, K: sein Bub)

DER VERHEXTE SCHEINWERFER (1934, R: Carl Lamac. V: Elektriker, K: Lehrling.

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