Anche libero va bene war 5 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Januar 2007.

Anche libero va bene

Kim Rossi Stuarti, Italien, 2005
104 Min.

Tommi ist elf und lebt mit seinem Vater Renato und seiner Schwester Viola in Rom. Die drei sind allein: Die junge Mutter hat ihre Familie von einem Tag auf den anderen verlassen. Die kleine Familie rauft sich zusammen. In ihrem Haushalt herrscht eine Art ruhige Routine. Der überforderte Vater versteckt seine Verletztheit hinter einem harschen Umgang mit den Kindern - er pendelt zwischen Zärtlichkeit und Zorn. Es kommt des Öfteren zu Streitereien. Etwa, weil Tommi gerne Fussballspielen möchte, sein ehrgeiziger Vater ihn jedoch dazu drängt, weiterhin an Wettkämpfen in Schwimmen teilzunehmen. Für Tommi beginnt eine schwierige Zeit, die zugleich den Beginn des Übertritts ins Erwachsenenleben markiert: Das Bild, das er von seinem souveränen Vater hatte, bekommt langsam Risse. Als Tommi und seine Schwester eines Tages heimkommen, finden sie ihre Mutter Stefania wartend im Treppenhaus. Sie lassen sie in die Wohnung. Als der Vater heimkehrt, wirft er seine Frau hinaus. Er will sie nicht mehr sehen. Letztlich jedoch erklärt er sich bereit, es nochmals mit ihr zu versuchen. Viola und vor allem Tommi sind misstrauisch. Der Junge verhält sich distanziert. Die Mutter kämpft um sein Vertrauen. Doch im innersten ist Tommi davon überzeugt, dass sie sowieso wieder gehen wird. Wie schon so oft. Seine Intuition täuscht ihn nicht. Der Italiener Kim Rossi Stuart hat sich bereits einen Namen gemacht als ein Regisseur, der sich für die stillen Entwicklungen in innerfamiliären Beziehungen interessiert. Hier wurde er auch verglichen mit François Truffaut und dessen Erstling «Les 400 coups», der eine ähnlich fragile Kindheit beschrieb.

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