Profil paysan: l'approche war 1 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im November 2006.

Profil paysan: l'approche

Raymond Depardon, Frankreich, 2000
85 Min.

Sie funktionieren unabhängig voneinander, man kann sie aber natürlich auch beide anschauen: Die zwei Annäherungen des bekannten französischen Filmemachers und Fotografen Raymond Depardon ans Leben auf dem Lande. «Profils paysans ist eine auf 10 Jahre angelegte Trilogie, welche Depardon in die Welt seiner Kindheit zurückführt, ins Saône-Tal, wo er auf einem Bauernhof aufwuchs. Depardon porträtiert die Menschen in ihrer einfachen, alltäglichen Umgebung, lässt sie erzählen von ihren Sorgen, der Landflucht und dem Generationenwechsel auf den Höfen. «Le quotidien», der zweite Film, widmet sich den Folgen der Landflucht und hat den Generationenwechsel bei den bäuerlichen Betrieben und das Leben in der französischen Provinz zum Gegenstand. Die ländlichen Gebiete von Lozère, Ardèche und Haute-Loire liegen in den Bergen in der Mitte Frankreichs. Sie sind bekannt für ihre Landwirtschaft. Heute jedoch werden die vormals von Familien betriebenen Bauernhöfe aufgrund von Verordnungen der Europäischen Union zunehmend in luxuriöse Landsitze umgewandelt. Die landwirtschaftliche Industrie in Frankreich wurde inzwischen überwiegend monopolisiert und liegt in den Händen weniger Grosskonzerne. Junge Bauern, die sich in diesen Gebieten niederlassen möchten, sind permanent mit bürokratischen und finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert. Der Film ist Raymond Depardons Tribut an die Bäuerinnen und Bauern, die in dieser Zeit des Umbruchs an einer fast vergessenen Lebensweise festhalten. Ein durch seine Einfachheit beeindruckendes Manifest des Unspektakulären. Als Vorfilm zeigen wir zusätzlich «Quoi de neuf au Garet», der Depardon auf den Hof seiner Kindheit zurückführt, auf dem sich in all den Jahren nicht viel verändert hat. Raymond Depardon wurde 1942 in Villefranche-sur-Saône geboren. Nach einer Lehre als Fotograf arbeitete er weltweit für die Agentur Dalmas in Paris. 1963 drehte er seinen ersten Dokumentarfilm. 1966 gründete er zusammen mit Gilles Caron die Agentur Gamma. Als Sonderkorrespondent des Fernsehens machte er Dokumentarfilme. Ab 1978 arbeitete er auch für die Foto-Agentur Magnum.

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