The House of Sand war 10 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Juni 2014.

The House of Sand

Andrucha Waddington, Brasilien, 2006
88 Min.

Drei Frauen – Grossmutter, Mutter und Tochter – stehen im Mittelpunkt dieser brasilianischen Familiensaga, die sich über einen Zeitraum von 59 Jahren erstreckt. Verkörpert werden sie von zwei der populärsten Schauspielerinnen des brasilianischen Kinos: von Fernanda Montenegro und Fernanda Torres, die auch im wirklichen Leben Mutter und Tochter sind. 1910 gelangen Dona Áurea und ihre Mutter Maria nach Maranhão, einem gottverlassenen Flecken inmitten einer Sandwüste im Norden Brasiliens. Áureas Ehemann Vasco hängt dem verrückten Glauben an, er könne das trostlose Land fruchtbar machen – ein Irrtum, den er teuer bezahlt. Als er ums Leben kommt, ist Áurea schwanger; mit ihrer Mutter und der Neugeborenen, die den Namen Maria erhält, lebt sie fortan allein in dem Haus auf der Düne, das für sie nur ein sandiges Gefängnis ist. Und aus diesem gibt es kein Entkommen. Zu ihrem einzigen Vertrauten wird Massu, der in einer nahen Siedlung fortgelaufener Sklaven lebt. Von ihm lernt sie, durch Tausch und Handel ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Ihre Hoffnung, die Gegend mit dem reisenden Salzhändler Chico verlassen zu können, bleibt unerfüllt. Einigen Trost findet sie in den Armen des Leutnants Luiz, der hier 1919 mit einer Gruppe von Wissenschaftlern eine Sonnenfinsternis beobachtet. Doch ihre Sehnsucht nach der weiten Welt überlebt in der Tochter. Die jüngere Maria wird mit einem wilden, ja ausschweifenden Lebenswandel gegen die Einöde aufbegehren … der Sand von Maranhão jedoch wird sie niemals wirklich loslassen. Ob als Alternative oder als Ergänzung zum Rasen und seinem Grün, das diese Wochen prägt, bietet sich die grandios fotografierte Wüstenlandschaft im Norden Brasiliens an. Egal, ob Brasilien im Fussball wieder Weltmeister wird oder nicht: Im Kino ist es atemberaubend.

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