Darwins Nightmare war 4 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im November 2005.

Darwins Nightmare

Hupert Sauper, Österreich, 2004
107 Min.

«Darwins Nightmare», sagt Regisseur Hupert Sauper mit guten Gründen, «könnte ich in Sierra Leone erzählen, nur wäre der Fisch ein Diamant, in Honduras eine Banane, und in Angola, Nigeria oder Irak, schwarzes Öl.» Es ist eine absolut irre Geschichte, die er uns da vom Viktoriasee in Tansanja vermittelt, ein Stück Anschauungsunterricht über den Stand der Dinge im Lauf der Menschheitsgeschichte. Irgend wann in den 60er Jahren wurde eine fremde Fischart in den Viktoriasee in Ostafrika eingesetzt – es war ein kleines wissenschaftliches Experiment. Der Nilbarsch, ein hungriges Raubtier, hat es innerhalb von drei Jahrzehnten geschafft, fast den gesamten Bestand der ehemals 400 Fischarten auszurotten. Unternommen wurde dagegen nichts, denn bis heute sind die weissen Filets des Nilbarsches ein weltweiter Exportschlager. An den Ufern des grössten tropischen Sees der Welt landen jeden Abend riesige Frachtflugzeuge, um am nächsten Morgen wieder in die Industrieländer des Nordens zu starten, beladen mit Tonnen frischer Fischfilets. In Richtung Süden ist eine andere Ladung an Bord: Waffen. Für die unzählbaren Kriege. Dieser florierende globale Handel von Kriegsmaterial und Lebensmitteln hat an den Ufern des grössten tropischen Sees der Welt eine seltsame Stimmung und Menschenmischung erzeugt, welche die Darsteller dieses Films repräsentieren: einheimische Fischer, Agenten der Weltbank, heimatlose Strassenkinder, afrikanische Minister, EU-Kommissare, tansanische Prostituierte, russische Piloten. «Darwin’s Nightmare» wurde mit dem Europäischen Filmaward als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet - und dies wohlverdient.

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