Im Nordwind war 5 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Mai 2005.

Im Nordwind

Bettina Oberli, Schweiz, 2004
95 Min.

«Im Nordwind» spielt in der gegenwärtigen Schweiz. Zu einer Zeit, in der die New Economy auch dieses einst so sichere Land erschüttert. Erwin Graf, 50, verliert unerwartet seine Stelle als Personalleiter bei der Kaeser AG, einer Firma für Sicherheitssysteme, für die er beinahe zwanzig Jahre gearbeitet hat. Um seine Frau Kathrin nicht zu beunruhigen ­ schliesslich haben sie begonnen, ihr lang ersehntes Eigenheim zu bauen ­, hält Erwin seine Kündigung zu Hause geheim. Er ist überzeugt, dass er bald eine neue Stelle finden wird, und verlässt jeden Morgen im Anzug die Wohnung. Die Angebote vom Arbeitsamt weist er als unter seinen Ansprüchen zurück. Er mietet ein Zimmer in einem Hotel, um selber Bewerbungen zu schreiben. Ohne Erfolg. Langsam realisiert Erwin, dass ein Mann in seinem Alter auf dem derzeitigen Arbeitsmarkt schlechte Chancen hat. An der Hotelbar lernt er Monsieur Peschina kennen, der sein Versteckspiel durchschaut und dem sich Erwin anvertrauen kann. Seine Ehefrau Kathrin bemerkt die Anspannungen bei Erwin, doch sie fürchtet die Konfrontation. Tochter Lisa, 15, steht vor der Berufswahl. Sie geht deshalb regelmässig zum Berufsberater. Ihre Eltern wollen, dass sie eine solide Lehre macht, am besten in der Firma des Vaters. Ihre Leidenschaft gilt aber dem Entwerfen und Nähen von Kleidern. Bei der gutbürgerlichen Familie Graf bläst der Nordwind auch im übertragenen Sinn in alle Ecken. Ein erstaunlicher Schweizer Spielfilmerstling, der in Zürich mit dem Filmpreis ausgezeichnet wurde und für den nationalen Filmpreis nominiert war. «Im Nordwind» ist vor allem ein bildstarkes Werk geworden. Von einer Schönheit allerdings, die sich nie zum Selbstzweck aufbläst.

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