To Have and Have Not war 1 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Dezember 2004.

To Have and Have Not

Howard Hawks, USA, 1944
90 Min.

Zum Jahresausklang etwas Unverwüstliches, den Film, in dem die Bacall um ihren Bogey kämpft mit Dialogen, die als Volltreffer sitzen in einer Art, wie man sie selten noch zu hören bekommt im Kino. Ein Meisterstück aus den grossen Jahren Hollywoods und seinem Film Noir, gedreht im Casablanca Stil mit allem, was das cinéphile Herz begehrt. Auf der französischen Insel Martinique verfolgt das Vichy-Regime gaullistische Untergrundkämpfer. Der US-Amerikaner Henry Morgan (Humphrey Bogart) lebt von der Vermietung seines Kabinenboots an reiche Touristen und verhält sich politisch neutral im Sinn von: «I stick my head out for nobody», bis ihn das brutale Verhalten der Polizei gegenüber einer Amerikanerin dazu bringt, Partei für den Widerstand zu ergreifen. Recht frei nach Ernest Hemingways Roman überträgt Howard Hawks mit gelassenster Selbstverständlichkeit seinen Professionalismus in die Südsee: Der zynische Bogart (der nie so gut war wie bei Hawks) engagiert sich dann doch für revolutionäre Waffenschieber, aber was bedeutet das neben Walter Brennans loyalem Trunkenbold, der immer wieder kryptisch murmelt «Have you ever been stung by a dead bee?», der schmierigen Atmosphäre von Hotellobbys und Nachtclubs irgendwo in einer Studiokaribik, den seltsamen Lichtmustern, die Bootsscheinwerfer bedrohlich und wundersam über spiegelnde Wasseroberflächen werfen, dem knappen Wortwitz, der die Gefühle der Charaktere mit grösster Lässigkeit unterspielt und den sexuell konnotierten Wortgefechten der die Leinwand auffressenden Hauptdarsteller. «You know how to whistle, dont you? Just put your lips together and blow.»

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