Le Petit Prince a Dit war 3 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Februar 2004.

Le Petit Prince a Dit

Christine Pascal, Schweiz, 1992
115 Min.

So still dieser Film daherkommt, so prächtig ist er, so bewegend. "Le petit prince a dit" darf getrost als einer der überzeugendsten Schweizer Filme der letzten zwanzig Jahre bezeichnet werden. Als Schauspielerin hatte die Wahlschweizerin Christine Pascal (1953­1996) mit Regisseuren wie Bertrand Tavernier (Des enfants gâtés) oder Andrzej Wajda (Les demoiselles de Wilko) zusammengearbeitet und 1978 in ihrem Regiedebüt "Félicité" selber die Hauptrolle gespielt. In der Schweiz mag man sich insbesondere an ihre Rolle in Patricia Moraz "Les indiens sont encore loin" (1976) erinnern, wo sie als Freundin Lise neben Isabelle Huppert in einem winterlichen Land von Wärme träumt und erfahrungsmässig dabei sein will mit den Jugendlichen ihrer Generation. Mit ihren letzten beiden Spielfilmen "Le petit prince a di"» und "Adultère­mode demploi" hat Christine Pascal zwei hochsensibel gestaltete Arbeiten vorgelegt, in denen es um die Qualität der Beziehungen im Karrieregestrampel unserer Zeit geht. Im «Petit prince» bringt die tödliche Erkrankung eines Mädchens zunächst das Kind mit dem bis dahin abwesenden Vater, danach über das Kind auch die geschiedenen Eltern wieder zusammen. Faszinierend ist dabei Christine Pascals frischer Umgang mit heiklen Stoffen und ihr ausgeprägtes Bewusstsein fürs cinématographische Erzählen. Sie verstand es, tatsächlich in Bildern, Montagen, Rhythmen zu erzählen, in Klängen auch, in kontemplativen Momenten sogar. Absolut souverän führte sie ihre Schauspielerinnen und Schauspieler, präzis liess sie die Kamera noch so fragile Situationen erfassen, setzten ihre Drehbücher Akzente. Entsprechend fehlt im Fall von «Le petit prince a dit» die falsche Weinerlichkeit. Sinnlich ist der Film im besten Sinn des Wortes, ein Plädoyer auch für mehr Zärtlichkeit in einer durchkalkulierten Welt.

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