Lone Star war 2 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Mai 2003.

Lone Star

John Sayles, USA, 1996
98 Min.

Wer sind wir? Woher kommen wir? Weshalb grenzen wir uns ab und andere aus? Das zentrale Thema von John Sayles ist die Identitätsfindung. Mit klarem Formbewusstsein führt er uns vor Augen, wie stark unsere Identität etwas mit jenen Bildern zu tun hat, die wir von uns und von denen machen, die um uns herum sind. Je nachdem, von wo aus man den Grenzfluss zwischen Mexiko und den USA betrachtet, heisst er Río Bravo oder Rio Grande: tapferer, wilder Fluss oder grosser. Frontera nennt John Sayles jenes Städtchen am nördlichen Ufer, in dem ein junger Sheriff im Boden der lokalen und der eigenen Geschichte stochert. Frontera heisst Grenze. Der Hinweis ist unübersehbar, und dennoch geht es Sayles nicht bloss um jene von Menschenhand gezogene Linie, die eine Nationvoneineranderen trennt und die, wie ein mexikanischer Schrotthändler im Film so schön sagt, vom Vogel, der in den Süden fliegt, nicht beachtet wird. Grenzerfahrungen gibt es in zahllosen Variationen. Ein Sohn grenzt sich von einem Vater ab, der zur Legende erstarrt ist. Eine Tochter bleibt auf Distanz zur Mutter, die ihr eine Liebschaft verunmöglicht hatte. Eine afroamerikanische Soldatin kann sich mit der US-Army nie identifizieren, weil ihr jegliche Motivation fehlt, gegen Araber zu kämpfen. Ein Sheriff gebärdet sich in den 50er Jahren als Rassist der übelsten Sorte, offenbar in der Meinung, seine weisse Hautfarbe sei besser.

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