© Kino Orient  


El boton de nacar war 8 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im September 2015.

El boton de nacar

Patricio Guzman, Chile, 2015
90 Min.

In «Nostalgia de la luz» lud uns der Chilene Patricio Guzmán ein in die Wüste und ins Universum. Dieses Mal sind es Patagonien und der Ozean. Chile hat 4300 Kilometer Küste, hat Vulkane, Berge und Gletscher. Guzmàn lauscht den Stimmen der Natur und jenen der Ureinwohner Patagoniens. Es gibt Filme, die nehmen einen als Zuschauerin oder Zuschauer vom allerersten Augenblick an auf. Sie strahlen einen Zauber aus und haben etwas Wohltuendes. Es geht dabei nicht ums Verführen – eine Aktion, die das Kino im umfassenden Sinn auch beherrscht. Nein: Es geht um ein Hinführen, hinein in das, was uns ihr Autor erzählen, was er uns näher bringen will. Das Faszinierende, Schillernde, Bewegende, Packende, das Traumwandlerische bei Guzmàn ist es, dass seine Filme so spielerisch leicht wirken, obschon sie auch von Dingen erzählen, über die die Menschheit nicht stolz sein kann. «Nostalgia de la luz» (Nostalgie des Lichts) war die Erzählung vom unendlich Grossen des Universums und dem unendlich Kleinen des Menschen im Sand der irdischen Wüste. «El botón de nacar » (Der Perlmuttknopf) nun ist ein Tauchen im Ozean, der Chile umbrandet und ein Auftauchen in dem, was Menschen im Lauf der Jahrhunderte da getrieben haben. Patricio Guzmán geleitet uns, führt vom Kleinen ins Grosse und wieder zurück. Er schafft Zusammenhänge, erzählt von den Ureinwohnern, die einst in Patagonien lebten und davon, was ihnen geschah, von einem britischen Seefahrer, der zur Erzählfigur wurde und von einem Perlmuttknopf, der am Grund des Pazifiks gefunden wurde und von der jüngeren Geschichte Chiles erzählt. Man sitzt im Kino, schaut in die einzigartige Natur, erkennt Zusammenhänge, lauscht den Gedanken des Filmemachers und den Klängen von Patagoniens Sprache, des Wassers: Man staunt ein kindliches Staunen und ist bewegt. Es freut uns ausserordentlich, dass Patricio Guzmán im Orient zu einer Vorpremiere als Gast anwesend sein wird und Fragen zum Film, zu seiner Arbeit und natürlich zu Chile gerne beantwortet. Ihm zuzuhören bereitet immer wieder Freude. Der Film startet am 10. September, die Vorpremiere findet am Freitag, 28. August um 20 Uhr statt. Reservation ist empfohlen: 056 430 12 39

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