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Virgem Margarida war 3 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Mai 2014.

Virgem Margarida

Licino Acevedo, Mosambik, 2011
90 Min.

Einen Film aus dem afrikanischen Mosambik, wo kolonial bedingt portugiesisch gesprochen wird, bekommt man bei uns nicht alle Tage zu sehen. Und dieser hier hat einen speziellen Reiz, weil er uns gleichzeitig noch auf ironische Weise Einblick gibt in die Zeit eines entscheidenden Wandels, der freilich noch kurlige Auswirkungen hat. Licínio Azevedo hat sich jedenfalls einen sichtlichen Spass draus gemacht. Im Jahr 1975 erlebt Mosambik, das am südlichen Zipfel von Afrika liegt, eine Art Wiedergeburt. Bereits 1962 war die Freiheitsbewegung Frelimo gegründet worden, zwei Jahre später gingen die Widerstandskämpfer in den bewaffneten Kampf, doch erst nach der Nelkenrevolution und dem Sturz des Diktators in Portugal erlangte Mosambik nach 500 Jahren als Kolonie die Unabhängigkeit. Die Revolution hat das Land befreit, ein neuer politischer Wind weht, neue Ideale werden verkündet. Licínio Azevedos Geschichte ist eine satirische Betrachtung des Wandels. In den Strassen von Maputo werden Prostituierte eingesammelt und in ein Erziehungslager draussen aufs Land gebracht. Die Revolution will aus ihnen die neuen Frauen schaffen. Betroffen ist auch Margarida, ein 16-jähriges Mädchen vom Dorf, das versehentlich mitgenommen wurde und unter den Prostituierten landete. Es ist seine Geschichte, die wir erfahren und die Geschichte einer Gruppe von Frauen, die allmählich begreifen, dass die Revolution tatsächlich ihre Freiheit bedeutet, aber eine andere, als sie sich vorgestellt hatten. Sie müssen sie sich erst noch erkämpfen, und das gegen jene, die neue Ideen umsetzen wollen, aber irgendwie noch nicht begriffen haben, dass sie diese auch auf sich selber anwenden könnten.

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