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Searching For Sugar Man war 3 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Oktober 2013.

Searching For Sugar Man

Malik Bendjelloul, Schweden, USA, 2012
86 Min.

Detroit Anfang der 70er-Jahre: In einem der schmuddeligen Hinterhöfe dieser unwirtlichen Arbeiter- und Industriestadt tritt ein mexikanisch-amerikanischer Sänger auf. Zwei namhafte Produzenten kommen, um ihn spielen zu hören und sind begeistert. Seine Lyrik ist so gut, dass sie jedem Vergleich mit Bob Dylan standhält. Die Männer sind erfahren; sie haben mit Grössen des Musikbusiness wie Marvin Gaye, Stevie Wonder, The Temptations, The Supremes, Gladys Knight, Ringo Starr zusammengearbeitet. Doch trotz guter Kritiken irren sie in ihrer Einschätzung. Die Platte «Cold Fact» (1970) floppt. Und nach dem zweiten Misserfolg ist Rodriguez’ Karriere, bevor sie richtig begonnen hat, in den USA auch schon zu Ende. – Völlig unbemerkt vom Rest der Welt überlebt Rodriguez’ Musik in einem Winkel der Erde, der zu dieser Zeit in den globalen Medien nur mit Negativschlagzeilen behaftet ist: Südafrika mit seinem Apartheid-Regime. Hier glückt, was zuvor so kläglich scheiterte: Rodriguez wird zum Superstar. Seine Musik hat etwas Befreiendes, Aufrüttelndes, und so wundert es nicht, dass sie zum Initial der liberalen Anti-Apartheid-Bewegung der Weissen avanciert. Damit aber gerät die Musik von Rodriguez auch gleichzeitig auf den Index. Ein eher unbekanntes Kapitel der südafrikanischen Geschichte. Keine Radiostation darf den Titel «Sugar Man» spielen, was seiner Verbreitung keinen Abbruch tut. Und obwohl es viele Jahre in Südafrika nur ein Bootleg (Schwarzpressung) gab, wurde Rodriguez’ «Cold Fact» auf jeder Party gespielt. Eine Spurensuche.

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