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Children of Sarajevo war 4 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im April 2013.

Children of Sarajevo

Aida Begic, Bosnien, 2012
90 Min.

Rahima ist 23 und arbeitet in der Küche eines angesagten Restaurants in Sarajevo. Sie lebt mit ihrem 14-jährigen Bruder Nedim zusammen, den sie betreut, da die beiden ihre Eltern im Krieg verloren haben. Es ist nicht einfach für die junge Frau, für beide den Lebensunterhalt zu besorgen und mütterliche Pflichten wahrzunehmen. Unheimlich dicht erzählt Aida Begić aus dem heutigen Alltag in ihrer verwundeten Heimatstadt Sarajevo.

Aida Begic, die junge Filmemacherin aus Bosnien-Herzegowina, hat bereits mit ihrem Erstling «Snow» (Schnee) Aufsehen erregt. Jetzt überzeugt sie mit einer Geschichte mitten aus dem Alltag ihrer Heimatstadt Sarajevo heraus, wo vor noch gar nicht langer Zeit ein Belagerungszustand herrschte, wie man ihn im Europa des späten 20. Jahrhunderts nicht mehr für möglich gehalten hatte. Von zwei dieser «Kinder aus Sarajevo», erzählt Aida Begic in ihrem Spielfilm. Die fiebrig bewegte Kamera taucht in der nebligen Stadt, in der vieles noch immer von einem Schleier umhüllt scheint und sich noch nicht klar zeigen kann. Atemlos muss sie schauen, dass ihr die Figuren, die unter Druck stehen und bewegt sind, nicht entwischen.

Rahima und Nedim, die beiden Kinder, leben in Sarajevo in einer Gesellschaft des Übergangs, in der die Wunden tief sitzen und noch lange nicht verheilt sind. Marija Pikic und Ismir Gagula spielen ihre beiden Rollen so intensiv, dass man den Eindruck hat, sie wären nicht Spielende sondern Porträtierte. Vor der Uraufführung in Cannes 2012 hat sich Aida Begic dafür entschuldigt, dass sie noch immer keinen optimistischen Film habe machen können. Elementar ist die Kraft, mit der sie erzählt und uns vor Augen führt, welche Spuren ein Krieg auch nach 15 Jahren noch hinterlässt, auch und gerade bei Kindern.

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