© Kino Orient  


Dällebach Kari war 2 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Juni 2012.

Dällebach Kari

Kurt Früh, Schweiz, 1970
109 Min.

Es gab in den vergangenen Monaten einen neuren filmischen Versuch um die Figur des legendären Berner Coafförs Dällebach, aber genauso wie die Figur ein unverwüstliches Original war, hält man sich auch filmisch besser an das Original von Kurt Früh. Zusammen mit Mani Matter, der die wunderbare Dällebach-Ballade schrieb und Walo Lüönd, der den Kari einfühlsam verörpert hatte, gestaltete Früh seine Erzählung des Lebens von Karl Tellenbach, genannt Dällebach Kari (1877 bis 1931). Der brachte die Leute mit seinem Humor zum Lachen – und lenkte so von der Tragik ab, die ihn selbst umgab. Dällebach-Witze machten noch Jahrzehnte später die Runde. «S’isch einisch eine gsy, dä het vo früech a drunder glitte, das ihn die andre gäng usglachet hei. Am Aafang het är grännet, het sech mit de andre gstritte, s’nützt nüt, das isch ja nume, was sie wei.» Mit diesen Worten beginnt Mani Matters Ballade aus dem Film «Dällebach Kari». Treffender könnte man die traurige Geschichte des legendären Coiffeurmeisters kaum zusammenfassen. Annemarie (Franziska Kohlund) war seine unglückliche Jugendliebe, deren Eltern (Margrit Winter und Erwin Kohlund) gut betuchte Fabrikanten, die sich einen Frisör als Schwiegersohn nicht vorstellen mochten. Zwar gibt es Leute, mit denen sich Kari gut versteht, die Wirtin Jenny (Annemarie Düringer) etwa oder auch den Schwager Hermann (Fritz Nydegger), der mit ihm den kleinen Salon betreibt. Sein bester Tröster aber bleibt die Weinflasche. Annemarie heiratet einen andern, wird bald schon Witwe und arbeitet für eine Organisation, die sich mit Alkoholproblemen befasst. Sie will Kari treffen, doch unglückliche Zufälle verhindern die Begegnung.

Druckerfreundliche Version