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M - Eine Stadt sucht einen Mörder war 2 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Februar 2011.

M - Eine Stadt sucht einen Mörder

Fritz Lang, Deutschland, 1931
107 Min.

Es war einer der ersten Tonfilme in der deutschen Filmgeschichte, und Fritz Lang verstand es auch bravourös, mit dem Ton zu spielen in diesem legendären Krimi. Ein unbekannter Kindermörder versetzt die Bewohnerinnen und Bewohner einer Grossstadt in Schrecken und Hysterie, so dass sowohl die Polizei als auch die Unterwelt mit vereinten Kräften seine Verfolgung aufnehmen. Er hat bereits mehrere Kinder umgebracht; eine hohe Belohnung ist ausgesetzt. Eine Mutter in einer Arbeiterwohnsiedlung wartet ungeduldig auf die Rückkehr ihrer Tochter aus der Schule, die sich aber von einem nicht gezeigten Unbekannten mittels Süssigkeiten verschleppen lässt. Als man die Leiche findet, intensiviert die Polizei ihre Anstrengungen, ohne eine vielversprechende Spur zu finden. Die polizeilichen Aktionen vermindern die Nervosität der Bevölkerung nicht, zumal sie wirkungslos bleiben. Die Leute steigern sich in gegenseitige Verdächtigungen und anonyme Anzeigen, was die Anspannung und Übermüdung der Polizeibeamten weiter verschlimmert. Die ständigen Razzien und Kontrollen behindern aber die Ringvereine bei ihrem «Geschäft». Daher beschliessen sie, unter Führung des Schränkers selbst nach dem Mörder zu suchen, und spannen dafür auch das Netz der Bettler ein. Der Mörder wird von einem blinden Ballonverkäufer erkannt, auf dessen Hinweis hin von einem «Kollegen» mit einem «M» auf dem Mantel markiert und flüchtet in ein Bürogebäude, das die Kriminellen umstellen. Unter Einsatz von Einbruchswerkzeug durchsuchen sie das Haus und bringen den gefangenen Kindermörder in eine stillgelegte Fabrik. Dort ist die gesamte Halb- und Unterwelt versammelt und macht ihm einen makabren Prozess. Dabei drückt er verzweifelt seine Selbstentfremdung und innere Spaltung aus: «Langs erster Tonfilm gehört zu den Meisterwerken des deutschen Vorkriegskinos», notiert das Lexikon des internationalen Films. «Verweise auf das gesellschaftliche Klima der Weimarer Republik am Vorabend des Nationalsozialismus sind augenfällig: Obrigkeit und Unterwelt erscheinen als gleichartige Organisationen, die den «Abartigen » im Namen des «gesunden Volksempfindens» gemeinsam zur Strecke bringen. Langs sarkastische Schilderungen von Menschenjagd und Massenhysterie sowie Peter Lorres geniale Interpretation des Mörders als Täter und Opfer zugleich wurden von den Nationalsozialisten später nicht ohne Grund als subversiv empfunden.»

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