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A Road not Taken war 2 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Juni 2010.

A Road not Taken

Christina Hemauer, Roman Keller, Schweiz/USA, 2010
66 Min.

1979 installiert US-Präsident Jimmy Carter in einer visionären Aktion eine Solaranlage auf dem Dach des Weissen Hauses. Sein Nachfolger lässt die Paneele wieder entfernen - im Zeichen einer radikalen Abwendung von Carters Energieprogramm. Auf Umwegen gelangen die Sonnenkollektoren an ein Umwelt-College im nordöstlichsten Zipfel der USA. Dreissig Jahre später begeben sich Christina Hemauer und Roman Keller mit zwei Sonnenkollektoren auf eine Reise entlang deren Geschichte. «A Road Not Taken» erzählt in einem 66-minütigen dokumentarischen Filmessay die Geschichte jener Solaranlage, die US-Präsident Jimmy Carter 1979 auf dem Dach des Weissen Hauses installieren lässt. Ein Jahr später verliert Carter die Wiederwahl gegen Ronald Reagan, der sich schon während der Wahlkampagne von Carters Energie-Politik distanziert. 1986 werden die Paneele vom Dach des Weissen Hauses entfernt und in einem Lagerhaus der Administration verstaut. Die beiden Schweizer Künstler Christina Hemauer und Roman Keller haben die Überreste von Carters Solaranlage ausfindig gemacht und sich mit zwei Paneelen auf eine Reise nach Washington D.C. und Atlanta, Georgia begeben. In ihrem Film treffen sie Menschen, die in den 1970er-Jahren aktiv in Carters Energieprogramm involviert waren oder damals unter der Ölkrise zu leiden hatten. 2007 erhalten Hemauer | Keller die Möglichkeit, mit dem Ex-Präsidenten Jimmy Carter ein Gespräch zu führen und sich mit ihm über seine Energiepolitik, Alternativenergien, die nach ihm benannte Doktrin und seine Vorstellungen vom moralischen Äquivalent zum Krieg zu unterhalten. Heute befinden wir uns wieder in einer Wirtschaftskrise und blicken auf einen US-Präsidenten, der mit viel politischem Goodwill und grossen symbolischen Gesten eine gesellschaftliche Wende herbeiführen möchte. Das Scheitern Jimmy Carters erhält vor diesem Hintergrund eine neue Aktualität und wirft Fragen auf über die Möglichkeiten und Grenzen der US-Präsidentschaft und der Demokratie im Allgemeinen.

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