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Frontier Blues war 5 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Mai 2010.

Frontier Blues

Babak Jalali, Iran/Turkmenistan, 2009
96 Min.

«Willkommen im Land von Liebeskummer und Traktoren», sagt eine der Figuren im Film, der in der Provinz Golestan an der iranisch-turkmensischen Grenze angesiedelt ist, in kargen Steppen am Kaspischen Meer. Ein herrlichlakonisches, bluesiges Stück Kino von einem Ort fernab der Welt. Aki Kaurismäki und Jim Jarmusch, die beiden Grossmeister des lakonischen Kinos, lassen grüssen. Alam ist ein 28-jähriger Türke, der bei seinem Vater lebt und auf einer Hühnerfarm arbeitet. Er lernt Englisch im Selbststudium, denn er will ein Mädchen namens Ana heiraten und sie nach Baku bringen. Hassan ist ein 28-jähriger Iraner, der bei seinem Onkel lebt. Seine einzigen und ständigen Begleiter sind ein Esel und ein Tonbandkassettengerät, mit dem er so schöne Chansons wie «Tous les garçons et les filles» von Françoise Hardy spielt. Der Esel hat auch einen Namen: Er heisst Esel. Eine zentrale Figur von Babak Jalalis Erstling «Frontier Blues» ist ein 55-jähriger türkischer Balladensänger. Wichtig ist er vor allem deshalb, weil ein Fotograf aus der fernen Hauptstadt Teheran ihn zum Sujet eines Fotobandes auserkoren hat, in dem die Schönheiten der Grenzregion und Turkmenistans zusammengetragen werden. Er inszeniert jene Bilder, die man sich in der Stadt vorstellt. So will er, dass sich der Musiker ein schönes turkmenisches Pferd besorge und sich darauf setze, auch wenn er gar nicht reiten kann: «Macht nichts, das ist nur fürs Bild. Ein Turkmene auf einem Pferd in der Steppe, das ist das, was die Leute sehen wollen.»

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