© Kino Orient  


Trans-Cutucu war 2 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im März 2010.

Trans-Cutucu

Lisa Faessler, Ecuador, 2009
90 Min.

Das Bergmassiv Cutucú, im Süden des Amazonasgebietes in Ecuador, war ein Schutzwall gegen die ökologische Zerstörung, für die indianische Bevölkerung aber auch ein Hindernis. Sie hatten keinen Zugang zur modernen Welt. Der Strassenbau durch das Cutucú-Massiv eröffnet nun die Mobilität, welche den Abbau fossiler Ressourcen ermöglichen, aber den UreinwohnerInnen auch den gewünschten Anschluss an die zivilisierte Welt gewähren wird. Unspektakulär vollzieht sich dieser Prozess, wo der so genannte Fortschritt Einzug hält und nicht mehr zu bremsen ist: es wird gebaggert, geschaufelt, gerodet, verkauft und gekauft, der alltägliche Wahnsinn halt. Ausschnitte aus dem Film «Shuar, Volk der heiligen Wasserfälle» (1986) rufen uns in Erinnerung, dass in der traditionellen Shuar-Kultur die Natur gesamthaft beseelt war und die Mobilität im halluzinogenen Rausch keine Grenzen kannte. Heute transportieren die Ureinwohner mit Pferden Holzbretter in die Zivilisation. Holz ist das schnellste Geschäft, andere Produkte müssen erst erzeugt werden. Doch nun verschwindet der Urwald, im alltäglichen Wahnsinn halt. Ein filmischer Essay ums Verschwinden von Realitäten. Die in Zürich und Quito lebende Filmemacherin Lisa Faessler (Shuar, Tanz der blauen Vögel) betrachtet seit bald dreissig Jahren die Entwicklungen im Regenwald von Ecuador und gehört zu den besten Kennerinnen des Gebiets. Sie wird zur Vorführung im Orient anwesend sein und anschliessend im Publikumsgespräch Fragen beantworten, die sich stellen mögen. Reservation empfohlen unter 056 430 12 39.

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