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Novemberkind war 5 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Januar 2010.

Novemberkind

Christian Schwochow, Deutschland, 2009
98 Min.

Inga wächst in einem kleinen Dorf in Mecklenburg auf. Ihre Mutter Anne ist laut Erzählung der Grosseltern in der Ostsee ertrunken. Eines Tages taucht der Literaturprofessor Robert in Ingas jetzigem Wohnort Malchow auf und behauptet, Anne vor ein paar Jahren in Konstanz getroffen zu haben. Für Inga brechen Welten zusammen, als sie entdeckt, dass Robert Recht hat. Das ganze Dorf scheint von Annes Flucht in den Westen gewusst zu haben. Aber was ist damals wirklich passiert? Inga trifft auf Schweigen, Verdrängung, Schuldgefühle. Warum hat ihre Mutter sie damals in der DDR zurückgelassen? Inga bittet Robert, ihr bei der Suche nach Anne zu helfen. Eine Spurensuche quer durch Deutschland beginnt, bei der immer deutlicher wird, dass Roberts Auftauchen in Ingas Leben kein Zufall ist. Der Debütfilm von Christian Schwochow gehört zu den ausserordentlichen neueren deutschen Filmen. Die hochspannende und berührende Geschichte einer jungen Frau, die ihre Mutter sucht, wurde in Saarbrücken und dem Filmkunstfest Schwerin mit den Publikumspreisen ausgezeichnet. «Novemberkind » ist ein Schauspiel-Film, der das grosse Potenzial von Anna Maria Mühe zeigt. So prägnant, so sensibel, so stolz und widerborstig ist lange keine Frauenrolle im deutschen Film mehr angelegt und gespielt worden. «Novemberkind» schlägt ein bis heute noch relativ unbekanntes Kapitel der jüngsten deutschen Geschichte auf: Die Trennung von Familien durch die Flucht eines Mitgliedes aus der DDR und die Schwierigkeit, diese Trennung nach der Wiedervereinigung zu korrigieren. Christian Schwochow sagt: «Ich wollte einen Film machen, mit dem ich mich selber auf eine Suche begeben kann. Mit dem ich mir und anderen Fragen stellen kann, die auch weh tun oder wütend machen. Will ich mit einer Lüge leben, wenn doch alles ganz gut funktioniert oder stattdessen die Wahrheit einfordern, auch wenn damit Schmerz und Enttäuschung verbunden sind? Es ist die Frage nach dem richtigen Leben im Falschen. Und diese Frage ist nicht an die DDR und ihr Danach gebunden.»

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