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Les Enfants du Paradis war 2 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im März 2010.

Les Enfants du Paradis

Marcel Carné, Frankreich, 1946
182 Min.

«Kinder des Olymp», wie der französische Spielfilm «Les enfants du paradis» auf Deutsch hiess, ist ein von 1943 bis 1945 von Marcel Carné nach dem Roman des tschechischen Schriftstellers Frantisek Kozík und dem Drehbuch des legendären Jacques Prévert gedrehter Film, der zu den grössten Schätzen im europäischen Kino gehört und das Theater mit der Leinwand in einer Liebesgeschichte verbindet. Er gilt als herausragendes Beispiel des poetischen Realismus. Marce Carné erzählt die Beziehungen einer Frau zu vier Männern im Pariser Theatermilieu um 1835. Die vier Männerfiguren, von denen drei tatsächlich gelebt haben, gruppieren sich um Garance, gespielt von Arletty, die jedes Kind gekannt hat und deren Schönheit und Anziehung sich niemand zu entziehen vermag. Garance verlässt zu Beginn ihren Liebhaber, den Anarchisten und Gauner Lacenaire, und trifft auf den Pantomimen Baptiste Deburau, verkörpert vom unsterblichen Jean-Louis Barrault, der sich Hals über Kopf in sie verliebt. Zunächst scheint Garance seine Liebe zu erwidern, doch er ist nicht bereit, den letzten Schritt zu tun, und so muss Baptiste zusehen, wie sie sich mit dem selbstbewussten Schauspieler Lemaître einlässt. Garance verlässt die Stadt letztendlich mit dem adligen Lebemann de Monteray, nachdem er sie gegen eine falsche Beschuldigung protegiert hat. Der Filmkenner Ulrich Gregor hat zu «Les enfants du paradis» notiert: «Alles zeugt in diesem Film von Geschmack, Intelligenz und musikalischem Formgefühl.» Dennoch konnte er sich «des Gefühls nicht erwehren, dass «Les enfants du paradis» seiner literarischen Konzeption nach eigentlich ins 19. Jahrhundert» gehöre. Das hat etwas und zeichnet Carnés Arbeit wohl auch gerade deshalb besonders aus. In diesem Film begegnen sich die Zeiten und die Bühne und die Leinwand, das 19. und das 20. Jahrhundert. Wunderbare Schauspielerinnen und Schauspieler braucht es immer, in der einen wie der anderen Kunstform.

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