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La teta asustada war 12 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im März 2010.

La teta asustada

Claudia Llosa, Peru, 2009
94 Min.

Ebenfalls für den besten fremdsprachigen Oscar nominiert und visuell unheimlich stark ist «La teta asustada» von Claudia Llosa. Diese erzählt von Fausta, einer jungen Frau, deren Mutter aus den Anden in die Stadt gezogen war, stirbt und die Tochter allein mit den bösen Geschichten zurücklässt. Fausta hat Angst, sich allein in der Stadt zu bewegen, weil sie aus den Erzählungen der Mutter von deren Vergewaltigung erfahren hat. Mit einer Kartoffel in der Vagina schützt sich die Frau vor den Männern, und weil sie Geld braucht, um die Mutter zum Begräbnis ins Dorf zurückzuführen, arbeitet sie bei einer reichen Musikerin in der Stadt. Für Fausta beginnt eine Reise aus der Furcht in die Freiheit, eine Reise zu sich selber. Die Peruanerin Claudia Llosa hat einen zutiefst bewegenden Film gestaltet, der vom verborgenen Schmerz erzählt und dies in einer von der ersten Einstellung an radikalen Form tut, in stiller Wucht. Mit grosser Rigidität und dennoch leicht erzählt sie vom Alltag der Indigenen und Mestizen in den Barriadas, entwickelt wunderbare Szenen und Überraschungen, die von einem eigenständigen Humor getragen sind. Ein peruanischer Film, der im wahrsten Sinn vor Augen führt, wie stark das junge Filmschaffen im Andenland ist, ein Film, der von der ersten bis zur letzten Szene trägt und packt und Dinge wagt, die man so im Kino noch nicht gesehen hat. «La teta asustada» war bereits 2009 in Berlin mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet worden. Wir zeigen den Film in der Woche nach der Verleihung und wünschen dem jungen peruanischen Kino, es möge den Preis gewinnen, falls Favorit Haneke es nicht schafft.

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