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Un barrage contre le Pacifique war 14 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im August 2009.

Un barrage contre le Pacifique

Rithy Panh, Kambodscha, 2008
115 Min.

Kambodscha und ganz besonders auch seine atemberaubenden Landschaften und die Anlagen von Angkor sind zu einem beliebten Ziel geworden in den letzten Jahren, in denen das Land sich vom Terrorregime der Roten Khmer zu erholen begann und zu einer Demokratie fand. Inzwischen läuft auch der Prozess gegen den letzten Überlebenden Massenmörder im Land. Aber nicht davon handelt Rithy Panhs neuster Spielfilm «Un barrage contre le Pacifique», der Regisseur blendet vielmehr weit zurück ins Indochina des Jahres 1931 und in die Faszination, die das Land auf Frankreich ausübte.

Im Golf von Siam, am Rand des Pazifischen Ozeans, lebt eine Mutter (Isabelle Huppert, wie immer grossartig in ihrer absenten Präsenz) mit ihren beiden Kindern, dem 20-jährigen Joseph und der 16-jährigen Suzanne. Sie sieht sie aufwachsen und weiss, dass sie sie irgendwann in absehbarer Zeit verlassen werden. Müde von der kolonialen Administration investiert die Mutter alle ihre Ersparnisse in ein Grundstück, das regelmässig überflutet wird und also nicht bebaubar ist. Sie kämpft gegen korrupte Bürokraten und steckt ihre gesamte Energie in ein hoffnungslos erscheinendes Projekt: Sie will mit Hilfe der Bauern des Dorfes einen Damm gegen den Ozean errichten. Als Folge dieses Engagements geniessen Joseph und Suzanne sozusagen die absolute Freiheit. Monsieur Jo, Sohn eines reichen chinesischen Händlers, verfällt dem Charme von Suzanne. Kann die Familie daraus womöglich sogar Profit ziehen? Grundlage für diesen Film ist der erste Indochinaroman von Marguerite Duras: «Heisse Küste». Das Buch erscheint zum Filmstart in einer neuen Auflage und ist im Kino erhältlich. Rithy Panh hat die Erfahrungen der Französin, die in Indochina aufwuchs, mit kambodschanischem Blick umgesetzt und erzählt. Sein Film besticht mit den Landschaften und Isabelle Huppert in der Rolle der Mutter zur Kolonialzeit.

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