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Love and Honor war 7 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im März 2008.

Love and Honor

Yoji Yamada, Japan, 2007
121 Min.

Im Februar haben wir zur Erinnerung den vorletzten Film des Japaners Yoji Yamada gezeigt: «The Twilight Samurai». Ein sanfter Abgesang auf eine Zeit, in der der kriegerische Kampf von einem eigentlichen Berufsstand gepflegt wurde. Mit «Love and Honor» gelangt nun der letzte Teil einer Triglogie ins Kino, die heute schon zu den Höhepunkten des jüngeren japanischen Kinos gezählt werden kann. Kurz nachdem er seinen Posten als Vorkoster angetreten hat, wird der Samurai Shinnojo blind. Der Fisch, der dem Fürsten des Clans vorgesetzt werden sollte, war nicht essbar zubereitet. Bis zu diesem Ereignis gehörte Shinnojo in einem niederen Rang dem Gefolge des Fürsten an. Als ihm klar wird, dass er nicht nur für den Rest seines Lebens blind sein wird, sondern dass er auch den Dienst bei seinem Herrn aufgeben muss und bis ans Ende seiner Tage auf Hilfe angewiesen sein wird, befällt Shinnojo eine tiefe Melancholie. Nur seiner Frau Kayo gelingt es, ihn von seinem Selbstmordversuch abzubringen. «Ich kann mir ein Leben ohne dich nicht vorstellen. Aber bring dich ruhig um. Wenn du es tust, werde ich dir allerdings sofort nachfolgen», entgegnet sie ihm. Gerührt von ihrer Treue, gibt Shinnojo seinen Plan auf. Kurz darauf spricht Kayo auf Anraten eines Onkels bei Shimada vor, dem einflussreichen Verwalter des Guts, und bittet ihn um Unterstützung, da Shinnojo seinen Dienst nicht mehr erfüllen kann. Im Laufe der Zeit beginnt Shinnojo sich an die Blindheit zu gewöhnen. Als ihm seine Tante Ine das Gerücht zuträgt, Kayo betrüge ihn, ist Shinnojo, der seine Frau liebt und ihr immer vertraut hat, ausser sich vor Eifersucht. Er beauftragt seinen alten Diener Tokuhei, Kayo zu verfolgen. Das Gerücht stimmt. Nachdem sie ihren Beobachter bemerkt hat, beichtet Kayo ihren Ehebruch mit Shimada. Der Verwalter hätte ihren Körper als Entlöhnung für die Unterstützung Shinnojos verlangt, gesteht Kayo. Shinnojo wirft seine Frau aus dem gemeinsamen Haus. Mit seinem Schwert bereitet er sich auf den letzten Kampf vor. Altmeister Yoji Yamada setzt diese Liebesgeschichte als Genrefilm stilvoll und still in Szene. Er zeichnet die Epoche mit ausgeprägtem Bewusstsein für Details und sehr viel Liebe. Brillant bewegen sich darin seine Akteure. Obwohl als Samurai-Film angelegt, ist dies kein Kampf-Film, vielmehr die Studie eines Mannes, der gelernt hat, alles unter Kontrolle zu haben und die Liebe wieder zulassen muss.

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