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Zugvögel - Einmal nach Inari war 2 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Februar 2008.

Zugvögel - Einmal nach Inari

Peter Lichtefeld, Deutschland / Finnland, 1997
87 Min.

Nördlich des Polarkreises, im finnischen Lappland, liegt eine endlose Wald- und Seenlandschaft, der Inari-See. Hier, im letzten Nirgendwo des europäischen Festlandes, findet der erste internationale Wettbewerb für Kursbuch-Spezialisten statt. Das sind solche Leute, die alle Zug-Fahrpläne der Welt auswendig können. Einer der Teilnehmer ist Hannes Weber (Joachim Król), seines Zeichens Bierfahrer in Dortmund und ein eher simpler Geselle, der seine Zeit lieber mit Fahrplänen denn mit der süssen Maus vom Supermarkt verbringt. Auf seiner langen Bahnreise nach Inari lernt er nicht nur eine Variation höchst interessanter Individualisten kennen, sondern hat auch noch die Dortmunder Polizei auf den Fersen, da Webers Chef tot in seinem Büro aufgefunden wurde, nur kurz nachdem er Hannes gefeuert hatte. So beginnt ein Wettrennen der etwas anderen Art. Denn auf der Schiene zählt nicht, wer das schnellere Auto hat, sondern wer flinker umzusteigen weiss. Auf den Spuren der Kaurismäki-Brüder kombiniert Lichtefeld deutsche Ordnungsattitüde mit hochnördlicher Spleenigkeit – eine stoische Ruhe trägt den gesamten Film und ein grandios trockener Humor sorgt für konstantes Schmunzeln. Und weil zu einem guten (Rail)Road- Movie natürlich auch die unverhoffte Romanze gehört, erweckt die Finnin Sirpa in Hannes ganz unerwartete Gefühle und bringt ihm bei, dass die schnellste Verbindung nicht immer auch die beste ist. Was nicht nur zur romantischsten Szene führt, die je ein Fahrplan hervorbringen konnte, sondern «Zugvögel» auch in den Kreis der Filme erhebt, die sogar ihre eigene Lebensphilosophie mitliefern.

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