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Rajas Reise war 1 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Oktober 2007.

Rajas Reise

Karl Saurer, Schweiz, 2006
78 Min.

Die abenteuerliche Reise eines Elefanten um 1550 von Südindien nach Wien – eine Geschichte von Aneignung und Bemächtigung, die bis heute andauert. Der Film spürt der geheimnisvollen Geschichte des indischen Elefanten Raja nach, der um 1550 herum auf eine abenteuerliche Reise von den Wäldern Keralas über Lissabon und die Alpen bis nach Wien geschickt wurde. Die Erkundungen des Gandhi-Aktivisten P. V. Rajagopal entlang der Wegstrecke fördern Überraschendes zutage und wecken vielfältige Assoziationen. Wir erleben die Gefangennahme des kleinen Elefanten, die Schulung, Arbeit im Wald, farbenfrohe Auftritte bei Tempelfesten – und wie er als Statussymbol europäischer Herrscher eingesetzt wird. Der portugiesische König Johann III. hatte nämlich dem Erzherzog Maximilian von Österreich einen Elefanten geschenkt, und so wurde Raja auf diese lange Reise geschickt, die der Film nachvollzieht. Nicht nur ein Elefant, die Elefanten überhaupt interessieren den Einsiedler Filmemacher Karl Saurer, der ausgehend von einem Fresko an der Mauer eines Hotels im Südtirol diesen Film angepackt hat. Er war fasziniert von diesen mächtigen Lebewesen, die wir im Zoo oder Zirkus bewundern. Die scheinbar schwerfälligen, aber sanftmütigen Dickhäuter mit dem imposanten Rüssel und kolossaler Gestalt werden im Film «Rajas Reise» zu Zeitzeugen und zum Symbol der Entwurzelung und Fremdbestimmung.

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