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Comment j'ai fêté la fin du monde war 8 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Juni 2007.

Comment j'ai fêté la fin du monde

Catalin Mitulescu, Rumänien, 2006
106 Min.

Eva (Dorotheea Petre) lebt 1989, als der Eiserne Vorhang in Stücke zerfiel, mit ihren Eltern und dem siebenjährigen Bruder Lalalilu in einem Quartier von Bukarest. Sie ist Gymnasiastin und eine attraktive junge Frau. Als sie mit ihrem Freund Alex eine Ceausescubüste zu Brüchen bringt, wird sie in eine Umerziehungsanstalt geschickt und lernt den Dissidentensohn Andrej kennen. Gemeinsam planen sie die Flucht aus Rumänien, während Brüderchen Lalalilu einen Anschlag auf den Staatschef im Sinn hat. Erfrischend, melancholisch und heiter ist dieser Spielfilm aus Rumänien, der 2006 am Internationalen Filmfestival von Cannes Première feierte. Wie bringt man Geschichte ins Kino, ohne einen Historienfilm zu machen, der niemanden interessiert? Ein guter Ansatz ist sicher der, bei den Menschen zu bleiben und in ihrem Alltag. Denn letztlich wird nur dort sichtbar, was historische Ereignisse kennzeichnet oder warum es dazu kommen konnte, kommen musste. In Osteuropa zum Beispiel, am Ende der 80er Jahre im 20. Jahrhundert, ganz speziell in Rumänien, das sich aus der fortschreitenden globalen Zeitreise irgendwann davongestohlen hatte. In seinem ersten Spielfilm greift der Rumäne Catalin Mitulescu auf eigene Erfahrungen zurück und gestaltet aus diesen ein wunderbar stimmiges Zeitbild. Etwas Altes läuft aus, etwas Neues ist noch nicht da, aber die Menschen, sie leben, sie lieben, sie träumen. Der Filmemacher hütet sich davor, die bekannten Bilder zu wiederholen oder ausführlich das zu zeigen, was wir aus den Nachrichtensendungen in Erinnerung haben mögen. Im Gegenteil: Er setzt ein Stück Alltag dahinter um eine Schülerin und ihren Bruder liebevoll in Szene. So wird noch junge Vergangenheit gegenwärtig, lebendig in kleinsten Details, die den Alltag prägten, Liedern, die gesungen wurden, Mechanismen, die die Gesellschaft auf die Dauer lähmten. Das Wohltuende an diesem Abgesang auf eine serbelnde Epoche und ihre Politik: Die Menschen hatten eine Lebenslust, die ihnen Kraft gab - und Träume. Dorotheea Petre gehört zu den talentiertesten jungen Schauspielerinnen Europas. In «Ryna» hat sie bewiesen, wie intensiv sie eine Rolle verkörpern kann. In «Comment j'ai fêté la fin du monde» von Catalin Mitulescu brilliert sie erneut. Sie wurde 2006 in Cannes als beste Schauspielerin «Un certain regard» ausgezeichnet.

Dorotheea Petre wird am 3. Juni zum Publikumsgespräch ins Orient kommen. Reservation empfohlen: 056 430 12 39.

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