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Derecho de Familia war 5 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Mai 2007.

Derecho de Familia

Daniel Burman, Argentinien, 2006
102 Min.

Ariel Perelman (Daniel Hendler) ist Anwalt, wie sein Vater. Und weil es in Argentinien so üblich ist, sprechen die Leute bloss von Dr. Perelman, egal, ob sie jetzt den alten oder den jungen meinen. Es ist jedoch nicht die Namensgleichheit, die Perelman Junior immer öfter ins Grübeln bringt, vielmehr fragt er sich, ob er nicht immer stärker so etwas wie das Ebenbild des eigenen Vaters wird oder wenigstens das genaue Gegenteil. Perelmans Vater liebt den Kontakt mit Menschen. Dabei verleiht ihm seine Anpassungsfähigkeit Züge von Woody Allens Zelig. Umstandslos übernimmt er Sprache, Haltung und Angewohnheiten seiner jeweiligen Klienten. Dabei interessiert er sich gar nicht besonders für sie. Perelman junior hingegen kennt keinen seiner Klienten persönlich. So hat er es sich ausgesucht. Er praktiziert gar nicht, sondern unterhält ein eher abstraktes Verhältnis zur Jurisprudenz. Nach einem missglückten Versuch, mit seinem Vater zusammenzuarbeiten, entschloss Ariel sich zu grösserer Distanz zum väterlichen Kosmos und gründete eine eigene Familie. Aber mit einem Mal wird alles anders. Jetzt beginnt der Vater, die Nähe seines Sohnes zu suchen! Die Sorge, nicht wie sein Vater zu werden, steht dem jungen Juristen aus Buenos Aires vor dem eigenen, selbstbestimmten Lebensentwurf. Mit Zärtlichkeit und Melancholie erzählt Daniel Burman von einem, der - trotz allem und unmerklich - in der Erwachsenenwelt ankommt. Burman wurde bei uns bekannt durch seinen letzten Film «El abrazo partido», der ebenfalls mit Daniel Hendler in der Hauptrolle die Verunsicherungen eines Mannes ergründete.

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