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No Te Mueras Sin Decirme Adonde Vas war 4 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Oktober 2013.

No Te Mueras Sin Decirme Adonde Vas

Eliseo Subiela, Argentinien, 1990
120 Min.

1995, zum einhundertsten Geburtstag des Kinos, zauberte der Argentinier Eliseo Subiela diesen Film hin: «Stirb nicht, ohne mir zu sagen, wohin du gehst.» Die Dialogzeile stammt aus dem Schlussteil und sie bringt ein menschliches Verlangen zum Ausdruck: Die Geliebte will wissen, wohin sich der Geliebte nach dem Tod begibt. Das nächste Mal, sagt Rachel, sagst du’s mir. Sie war eben noch aus dem Jenseits kommend in der Gedankenwelt von Leopoldo aufgetaucht. Dieser beschäftigt sich in Beruf und Freizeit mit menschlichen Träumen: Als Kinooperateur führt er Filme vor. Daneben bastelt er an einem Gerät, das es ermöglichen soll, Träume auf Video aufzuzeichnen und so fassbar zu machen. «Recolector de sueños» (Traumkollektor) nennt er das hutähnliche Ding, das man sich überstülpen kann, um auf einem Bildschirm Träume sichtbar zu machen und sie auf Video aufzuzeichnen. Oder ist der Tagträumer Leopoldo seinerseits eine Traumfigur? Hat er sich aus einer früheren Existenz in die Zukunft geträumt? Beim Argentinier Eliseo Subiela sind die Grenzen in den Wahrnehmungen fliessend. Über den Geist von Rachel schafft sein Film die Verknüpfung zwischen dem letzten Jahrhundert und heute, zwischen der Vergangenheit, in der das Kino erdacht wurde, und der Gegenwart, in der Kinos geschlossen werden. «No te mueras sin decirme adónde vas» ist übers Kino eine Liebeserklärung ans Leben. Rachel existiert für Leopoldo – und fürs Publikum, das sich zur Traumwelt aufgemacht hat. Zauberhaft.

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