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Romeo and Juliet get Married war 12 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Mai 2014.

Romeo and Juliet get Married

Bruno Barreto, Brasilien, 2005
92 Min.

Brasilien und Fussball: Da sind zwei Stichworte, die 2014 eine besonders gewichtige Rolle spielen, denn eine Fussball-WM steht an, und die ist ohne die gelben Ballzauberer nicht denkbar. Einstimmen kann man sich in der erfrischenden Komödie von Bruno Barreto, die von der Liebe und vom Fussball handelt und von der Frage, wie das zusammengeht. Romeo ist Augenarzt und Fan der Corinthians, Julia spielt Fussball in einem Frauenteam und ist eingeschworen auf die Palmeiras. Was nun, wenn die beiden sich verlieben? Ein höchst vergnüglicher Blick ins Leben und Lieben am Rand des Fussballfelds, ein Film, der sowohl Fussballfans als auch Fussballmuffel zu unterhalten vermag. Bruno Barreto stellt mit seiner Erzählung die Frage nach Identität und Toleranz in der heutigen Zeit und hat sich dabei, wie er selbst sagt, stark vom Werk Pietro Germis inspirieren lassen, einem der Meister der italienischen Volkskomödie der 60- und 70er Jahre. In der Tat zieht der Regisseur in «Romeo and Juliet Get Married» herzhaft alle Register dieses Genres. Allem voran ist es eine Sittenkomödie, die hier anhand des beinahe-fanatischen Verhalten der Fussballfans Absurditäten der heutigen Gesellschaft aufzeigt. Doch bei allem Ernst stand für Barreto im Vordergrund, sein Publikum mit diesem Film zum Lachen zu bringen. Die Kritik liegt deshalb in der Übertreibung, indem er das Verhalten der Figuren ins Lächerliche zieht und absurd wirken lässt. Und schon deren Erscheinung unterstützt diese Absicht: wirken die beiden Protagonisten (beinahe) normal und sind eigentliche Schönheiten (Julieta alias Luana Piovani ist ein berühmtes Model), so sind die Nebenfiguren sowohl in ihrem Verhalten wie auch in ihrem Äusseren überzeichnet. Sie schreien, weinen, gestikulieren – all das trägt dazu bei, ihnen eine augenfällige Komik zu verleihen, uns schon allein durch ihren Anblick zum Lachen zu bringen. So absurd viele Momente scheinen, entspringen diese doch immer wieder der Realität und wirken so glaubhaft und echt. Ist man nun Fussballfan oder nicht, während der 90 Filmminuten wird man es einfach! Man schliesst diese total verrückten Menschen, die nur für ihr Team und den Fussballsport leben, ins Herz.

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