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Wer War Kafka war 3 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im März 2006.

Wer War Kafka

Richard Dindo, Schweiz, 2005
98 Min.

Franz Kafka gehört zu den faszinierendsten Autoren der deutschen Literatur und mit seiner Biografie auch zu den rätselhaftesten. Richard Dindos Darstellung eines Schriftstellers als «Kunst der Biografie» widmet sich dem Menschen und Schriftsteller Franz Kafka. Die Menschen, die ihn am besten gekannt haben - Max Brod, Gustav Janouch, Milena Jesenska, Felice Bauer und Dora Diamant, dargestellt von Schauspielern und Schauspielerinnen - erzählen, wer Franz Kafka war und was sie mit ihm erlebt haben. Er selber spricht über seine Tagebücher und Briefe. Ein Film über einen märchenhaften Menschen jüdischer Abstammung, der sein Leben «als Zögern vor der Geburt» empfand und der einige der schönsten und wichtigsten Bücher des 2O. Jahrhunderts geschrieben hat. Der Filmemacher Richard Dindo wird am 10. März persönlich anwe send sein und nach der Vorführung zum Publikumsgespräch zur Verfügung stehen. Er arbeitet seit vierzig Jahren filmisch und als einer, der Spurensicherung betreibt. 1944 in Zürich geboren, erregte er mit «Naive Maler in der Ostschweiz» 1972 erstmals grösseres Aufsehen. Seine Lieblinge in der Pariser Studienzeit waren Rosselini, Welles, Hitchcock, Godard. Er selber schuf sich einen Namen als Dokumentarfilmer, der Schauplätze mit Geschichten zu beleben versteht. Als er auf der Basis einer Reportage von Niklaus Meienberg «Die Erschiessung des Landesverräters Ernst S.» drehte, wurde Richard Dindo die Qualitätsprämie vom Bundesrat höchstpersönlich verweigert; auch bei «Dani, Michi, Renato und Max» kam es zu peinlichen politischen Interventionen, die mehr die Frage aufwarfen, was denn die Politik zu verbergen hatte, weshalb sie das Projektorenlicht dermassen scheut. Richard Dindo bezeichnet sich selber als Autodidakten, und er ist einer, dem die dokumentarische Filmarbeit nicht zuletzt die Möglichkeit bot, bestimmte Leute besser, intensiver kennenzulernen. «Film ist für mich zuerst einmal eine Begegnung mit jemandem, bestimmt durch Sympathie und Liebe – also eine fundamentale Lebenserfahrung», sagt er; «beim Spanienkämpferfilm habe ich gemerkt, dass ich gern mit älteren Leuten arbeite, mit Leuten, die noch eine Sprache sprechen» – eine vielleicht nicht geschliffene, aber charaktervolle Sprache, wie sie Dindo immer weniger zu finden glaubt. Nach verschiedenen Annäherungen an Künstler und historische Figuren wendet sich Dindo in seinem neuen Film einem Lieblingsautor seiner Jugend zu.

Premiere in Anwesenheit des Autors – Reservation: 056 430 12 39

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