© Kino Orient  


Vollmond - Open Air war 1 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im August 2005.

Vollmond - Open Air

Fredi M. Murer, Schweiz, 1999
123 Min.

In seinem Spielfilm „Vollmond“, den wir in der Vollmondnacht vom 19. August Open Air präsentieren, erzählt Fredi M. Murer eine Geschichte, die uns alle betrifft und die Kinder wie Erwachsene gleichermassen faszinieren kann. An einem Freitagmorgen nach einer Vollmondnacht verschwindet darin am Greifensee der zehnjährige Toni spurlos. Im Verlauf der polizeilichen Ermittlungen stelltsich heraus, dass sein Verschwinden kein Einzelfall ist, dass vielmehr an demselben Morgen elf weitere Kinder übers ganze Land verteilt untergetaucht sind, ohne die geringste Spur zu hinterlassen. Das Verschwinden der Kinder ist ein Schock, das Rätsel eine Provokation. Den ratlos zurückbleibenden Eltern bleibt ein Monat Zeit, sich über die Ursachen des Verschwindens Klarheit zu verschaffen.

Fredi M. Murer gehört zu den herausragenden Figuren Neuen SchweizerFilm und macht seit vierzig Jahren Filme. Bekannt wurde er einerseits mit seiner sorgsamen dokumentarischen Annäherung an die Urner Bauern (Wir Bergler in den Bergen sind eigentlich nicht Schuld, dass wir da sind), andererseits mit seinem weltweit gefeierten Spielfilm „Höhenfeuer“, der unter anderem in Locarno den Goldenen Leoparden gewonnen hat. Gegenwärtig ist Murer damit beschäftigt, seinen neusten Spielfilm „Vitus“ fertigzustellen, der im Winter in die Kinos kommen wird und von einem Wunderkind handelt, das seine eigenen Wege sucht. Auch in „Vollmond“ hat er den Kindern eine Stimme verliehen, denn sind es, die mit geschlossenen Augen, das heisst träumend, sehen können. Fredi Murer bringt mit ihrem Verschwinden ziemlich Unruhe in den Alltagder Erwachsenen und zwingt einzelne von ihnen zum verstärkten Nachdenken. Er unternimmt eine kleine Schweizerreise, lässt uns ob irrenLandschaften in unserem Land staunen, entführt uns mit seinem langjährigen Kameramann Pio Corradi in Bildern, die für sich stehen, etwa zum Grimsel Urgestein, in die Stille des Madrarnertals und in die Bürgenstock-Liftrakete. Fredi Murers „Vollmond“ ermuntert uns, aufzutauchen aus dem Strom, der uns durchs Leben reisst, die Sinne zu öffnen für Dinge, die in des Alltags Schnelle zu leicht untergehen. Und in dem Sinn wieder Kind zu werden, als es immer auch andere Möglichkeiten gibt. Eine der Hauptfiguren wird übrigens von einer jungen Ennetbadenerin gespielt.

Druckerfreundliche Version