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Hans im Glück war 3 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Februar 2004.

Hans im Glück

Peter Liechti, Schweiz, 2003
90 Min.

«Hans im Glück» ist die Geschichte von einem, der auszieht, das Rauchen loszuwerden. Dazu unternimmt er einen Fussmarsch von Zürich, seinem jetzigen Wohnort, nach St. Gallen, der Stadt, wo er aufgewachsen ist. Er hat sich vorgenommen, diese Strecke ­ auf immer wieder anderen Routen ­ so oft zu wiederholen, bis das Ziel erreicht ist. Durch das rituelle Abschreiten der Landschaft und das strikte Rauchverbot, das er sich auferlegt unterwegs, erhofft er sich am Ende die Befreiung von seinem Laster.

Andererseits: Dieser Vorsatz ist für den Mann am Ende eine Vorgabe, um eine Reise ins Landesinnere anzutreten und ganz gewöhnlichen Menschen aus dem ganz gewöhnlichen Leben zu begegnen und über die teils ungemein amüsanten, stets liebevollen Begegnungen viel über das Land heute und die Menschen, die es bewohnen auszusagen. Alle Bilder, «Erkenntnisse» und Erinnerungen, die er auf seinen Nichtraucher-Märschen erwandert, bilden schliesslich den Fundus zu dieser Heim-Suchung eines Rauchers: eine filmische Himmel- und Höllefahrt quer durchs Vaterland - mit gelegentlichen Abstechern weit über die Grenzen hinaus. «Hans im Glück» ist ein Roadmovie für Fussgängerinnen und Fussgänger. Eine Widmung an alle Rauchenden und anderen Abhängigen, an alle Pechvögel und (trotzdem) Anständig-Gebliebenen ­ und natürlich an den Hans im Glück. Peter Liechti meint: «Seit das Rauchen kein Problem mehr ist, wird mir das Denken zum Problem. Kaum hör ich auf mit dem Rauchen, fang ich schon an mit dem Denken. Wo früher das Denken gewissermassen limitiert war, da denk ich heute völlig ungebremst drauflos. Das bedeutet nicht grössere Denkschärfe oder Denktiefe, vielmehr ist es eine Art gedankliches Hyperventilieren. Schon gegen mittag hat sich mein Denken im Grunde erschöpft bei dieser Gedankenraserei ­ dann gehts aber den ganzen Tag noch weiter.» ­ «Schlichtweg grossartig», hat der TA geschrieben, und die NZZ ergänzte: «Ein Vergnügen, wie es uns im Kino nur selten zuteil wird.»

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