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Quiereme Y Veras / Madagascar war 2 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im November 2003.

Quiereme Y Veras / Madagascar

Daniel Diaz-Torres und Fernando Perez, Kuba, 1994
104 Min.

Die kubanische Hauptstadt hat bessere Tage gesehen. Dennoch haben die Menschen die Hoffnung und das Träumen noch nicht aufgegeben. Ausgehungert vom imperialistischen Gehabe der nördlichen kapitalistischen Besserwisser bleibt ihnen vor allem ein Lebenselexier: Die Illusion. Drei Frauengenerationen stehen im Mittelpunkt von «Madagascar»: Die Grossmutter, die mit einem jungen Künstlerfreund des Hauses Monopoly spielt und von ihm das Alphabet lernt, die Mutter, die als geehrte Dozentin Physik lehrt und nachts träumt, was ihr schon der Tag bescherte. Die Tochter, die sich immer wieder verändert und anpasst und dabei nur von einem träumt: Wegzufliegen nach Madagascar, einem fiktiven Ort, wo sie das Wort Consciencia nicht mehr hören müsste. Von Bewusstsein allein, denkt sie, lebt niemand. Wie sagt noch der alte, herzkranke Juvenito im Spielfilm von Daniel Diaz Tores, der Madagascar ergänzt: «Eines werde ich im Leben nie verlieren, das ist die Illusion!» Da planen drei kleine Ganoven in Havanna den Banküberfall des Jahrhunderts. Die «Bank of America» wollen sie sich vornehmen, um ein für alle Mal saniert zu sein. Minutiös gehen sie vor, jedes Detail ist berechnet und vorgesehen, eigentlich kann gar nichts schief laufen. Dummerweise spielt sich nun aber just in der Sylvesternacht ihres tollen Coups jene kubanische Revolution ab, die das erbeutete Kapital wertlos macht und die Gruppe von tollkühnen Bankräubern rasch und auf längere Zeit hinaus ziemlich alt aussehen lässt. Daniel Díáz-Torres inszeniert das Geschehen aus heutiger Sicht mit spürbarer Lust und Freude an den komischen Momenten.

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