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Ticket to Jerusalem war 4 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Oktober 2003.

Ticket to Jerusalem

Rashid Masharawi, Palästina, 2003
96 Min.

Rashid Masharawi erzählt eine eindrückliche Geschichte aus dem täglichen Leben im von Israel besetzten Palästina. Jaber arbeitet als Filmvorführer. Er will Kindern lustige Filme zeigen, die sie wenigstens einen Moment lang glücklich machen sollen. Mit seinem Projektor reist er in einem klapprigen Auto durchs Land und durch die unzähligen Sperren der Besatzungsmacht. Seine Frau Sana ist freiwillige Sanitäterin beim Roten Halbmond und hilft mit der Ambulanz. Jaber und Sana leben in einem Lager bei Ramallah. Jaber betreibt in den besetzten Gebieten ein Wanderkino zur Freude von Gross und Klein. Auf Grund der steigenden Spannungen hat Jaber allerdings immer grössere Schwierigkeiten, mit seinem Fahrzeug bestimmte Orte zu erreichen. Dennoch lässt er sich überreden, eine Vorführung für eine Schule in der Altstadt von Jerusalem zu organisieren. Rashid Masharawi nennt Ā«Ticket nach JerusalemĀ» eine dokumentarische Fiktion, eine zutreffende Bezeichnung, da die meisten Personen Laien sind (nur für Jaber und Sana wurden Berufsschauspieler engagiert). Dieser Verismus ist voll gerechtfertigt, wenn man an die Produktionsbedingungen eines Films in einer solchen Situation denkt. Die Dreharbeiten können nicht von der Realität, in der sie stattfinden, losgelöst geplant und durchgezogen werden. Jede Aufnahme kann gestrichen werden, und die Strassen-Blockaden der Armee gelten für die Gefilmten ebenso wie für das Filmteam. So eröffnet denn dieser Film einen vorzüglichen Blick auf das Alltagsleben im besetzten Palästina und das durch Stoizismus und Kreativität geprägte Verhalten der Palästinenserinnen und Palästinenser. Eine Fiktion, die auf Grund der widrigen Umstände zur Dokumentation wird. Ein Film auch, der liebevoll das friedliche Leben in den arabischen Quartieren beschreibt.

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