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Et au pire, on se mariera war 3 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im März 2018.

Et au pire, on se mariera

Léa Pool, Kanada, 2017
91 Min.

Geschickt versteckt Aïcha ihr fragiles Wesen hinter einem losen Mundwerk. Das Verhältnis zu ihrer Mutter ist angespannt, seit diese ihren über alles geliebten Stiefvater Hakim vor die Türe gesetzt hat. Die rotzige Vierzehnjährige fühlt sich von niemandem verstanden bis sie eines Tages Baz kennenlernt und sich sofort bis über beide Ohren in ihn verliebt. Nur leider ist der sympathische Musiker doppelt so alt wie sie und nimmt sie zu ihrer Verzweiflung eher wie eine kleine Schwester wahr. Aïcha ist zu allem bereit, um Baz davon zu überzeugen, dass sie ein perfektes Paar wären. Doch ihre intriganten Fantasien werden ihr bald zum Verhängnis. Die schweizerisch-kanadische Regisseurin Léa Pool («Maman est chez le coiffeur») liebt das filmische Erforschen weiblicher Identität. In ihrem aktuellen Werk erzählt sie von der Zerbrechlichkeit einer jungen Frau, die verzweifelt nach Halt und Aufmerksamkeit sucht. Sie kann auf ein faszierendes Gesicht zählen. Die junge Sophie Nélisse («Monsieur Lazhar») überzeugt in ihrer bisher komplexesten Rolle, bei der Léa Pool bewusst auf Brüchigkeiten in der Erzählung setzt, um der Zerrissenheit der jungen Frau näher zu kommen. Karine Vanasse, die in Pools «Emporte-moi» noch selbst die jugendliche Hauptfigur verkörperte, spielt Aïchas zunehmend ratlose Mutter. «Et au pire, on se mariera» ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Sophie Bienvenu.

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