© Kino Orient  
Spieldaten
Sa 20.01  19:00

Il Gattopardo

Luchino Visconti, Italien, 1963
183 Min.

Kino zum Schwelgen. Als Nachkomme eines alten lombardischen Adelsgeschlechts hatte der Italiener Luchino Visconti immer ein Flair für vergangene, für aristokratischere Epochen. Die Zeit der Entstehung einer Republik faszinierte ihn denn auch in mehrfacher Hinsicht: Zum einen konnte er in Dekors und Kostümen schwelgen, zum anderen seinen geliebten Diskurs ber die Vergänglichkeit, den Wandel und das Beständige führen. Don Fabrizio, ein sizilianischer Fürst, schlägt sich zur allgemeinen Verblüffung auf die Seite Garibaldis, der für den Nationalstaat Italien kämpft. Er tut dies nicht nur anlässlich einer Volksbefragung, er fördert auch die Eheschliessung seines Neffen Tancredi mit der gewöhnlichen Bürgerstochter Angelica. Hier bricht er am deutlichsten und zur Verzweiflung seiner Gattin mit der Familientradition. Entstanden nach dem Sizilien-Roman von Giuseppe Tomasi di Lampedusa beschreibt Viscontis Film nach den Worten des Regisseurs den «Tod einer Klasse, eines Individuums, einer Welt, einer bestimmten Mentalität, bestimmter Privilegien». Zum heute noch Faszinierenden an diesem Meisterwerk gehört die Inszenierung, die Einbettung der Figuren in der Landschaft, und dies im kleinen Rahmen des Palastes wie im grossen der Insel und im Abstrakteren der Historie. Burt Lancaster als Sizilianer, der junge Alain Delon als einäugiger Liebhaber und über allen schwebend als atemberaubend schöne Bürgerstochter Claudia Cardinale: Man kann ihnen nicht lang und oft genug zuschauen.

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