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La memoria del agua war 6 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im Juni 2016.

La memoria del agua

Matias Bize, Chile, 2015
88 Min.

Ein Augenblick nur, eine kleine Ablenkung, kann unser ganzes Leben verändern und eine Beziehung. Javier und Amanda verlieren ihren 4-jährigen Buben im eigenen Garten durch einen Unfall. Sie sieht im Gesicht ihres Mannes jenes des Kindes, erträgt den Schmerz nicht gemeinsam und sucht Distanz in der Beziehung. Er wehrt sich und versucht, sein Leben weiter zu leben, sie zurückzugewinnen in der Hoffnung, dass ein neuer Anfang immer möglich ist. Matías Bize erzählt in beeindruckenden Stimmungen vom Abschiednehmen und davon, wie anspruchsvoll menschliche Beziehungen sind und wie wertvoll.

Was könnte eine stabile Paarbeziehung in ihren Grundfesten erschüttern und sie urplötzlich einstürzen lassen? Wie überwinden zwei gemeinsam die tiefst anzunehmende Krise? Ist die Liebe am Ende immer stärker? Dass der chilenische Filmeamcher Matías Bize diese Fragen aufwirft, erstaunt nicht, wenn man in sein filmisches Universum blickt. Seit seinem kometenhaften Aufstieg mit dem Erstling «Sábado» bis hin zu «La vida de los peces» kreisen seine Filme um den Planeten Liebe. Mal witzig verspielt, mal sentimental melancholisch, mal existenziell intensiv – immer nah an den Darstellenden, packend inszeniert, interessiert an inneren Realitäten, fokussiert auf einen prägenden Moment Leben. Seine Arbeiten, hat man den Eindruck, reifen mit seiner Person, was er in einem Interview bestätigt: «Um einen Film zu machen, muss man von der Wahrheit ausgehen. Bei mir entstehen sie aus ganz persönlichen Geschichten heraus und Fragen, die ich mir dazu stelle.» Ungewöhnlich freilich, dass ein Mann sich so offen und öffentlich mit (seinen) Gefühlen auseinandersetzt – und irgendwie wohltuend.

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