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Valley Of Love war 6 Mal im Kino Orient zu sehen, zuletzt im April 2016.

Valley Of Love

Guillaume Nicloux, Frankreich, 2015
96 Min.

Was für ein eigenartiger Film, welche Faszination geht von ihm aus. Es ist klar: Isabelle Huppert will man nicht verpassen. Die Schauspielerin gehört zu den Allergrössten im europäischen Kino. Und Gérard Dépardieu, das darf man nach diesem Film sagen, zu den Dicksten. «Das eigentlich Highlight des Films ist Depardieu in seiner ganzen massiven Walfischhaftigkeit», hat Michael Sennhauser geschrieben. Und recht hat er. Die beiden verlorenen Seelen hatten sich auseinandergelebt, der gemeinsame Sohn hat sich das Leben genommen und sie an einem Tag im November ins Death Valley beordert mit dem Versprechen, dass sie ihn dort, wenn sie zusammen kommen würden, wieder sehen werden. Der Nationalpark an der Grenze von Kalifornien und Nevada ist die dritte kollosale Hauptfigur in diesem Film, in dem man nie genau weiss, ob sich eine Dialogzeile nun auf die fiktiven Figuren bezieht oder auf die realen. Vergnüglich ist das immer wieder. Im Tal des Todes ist es brütend heiss, Gérards Körpermasse trieft, die Zeit scheint still zu stehen. Die Annäherung zwischen Isabelle und Gérard, so heissen die beiden auch im Film, ist nach den Jahren der Trennung nicht einfach. Aber sie geben sich redlich Mühe, versuchen mitunter, sich über das Geschehene klar zu werden und ihre Emotionen in den Griff zu bekommen. Sie sehen ein, dass gegenseitige Vorwürfe und Schuldzuweisungen nicht weiterhelfen. Während Gérard, der in den USA lebt, seinem Sohn etwas näher gewesen zu sein scheint, hat Isabelle, die ihren Lebensmittelpunkt in Frankreich hat, Michael seit sieben Jahren nicht gesehen. Werden sie ihm begegnen und wenn ja: wie? Oder begegnen sie einander selber an diesem toten Punkt von Welt und Leben?

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